aus der Sicht von Max

In den vergangenen Tagen erhielt ich immer wieder Anrufe von einer unbekannten, thailändischen Nummer via Whatsapp. Wer könnte das wohl sein?

Da wir nur selten eine stabile Internetverbindung haben, konnte ich keines der Gespräche beantworten. Auf Nachfrage erhielt ich zunächst keine Antwort. Bis schließlich nach gefühlten 100 Anrufen in Abwesenheit die Nachricht: „Alter gehst du mal dran? :D“ kam. Rouven? Natürlich! Noch mit der Nummer der letzten Thailandreise, um uns zu überraschen. Er ist vor mehreren Jahren nach Australien aufgebrochen und seither nur noch für Besuche in die Heimat zurück gekehrt. Mittlerweile lebt er in Gold Coast, in unmittelbarer Nähe zum legendären Surfers Paradise, unserem nächsten Stopp.

Obwohl wir uns seit eineinhalb Jahren nicht mehr gesehen haben hat sich nichts verändert – bis auf die Haare, die sind ab. Es ist schön einen vertrauten Dialekt zu hören und die Erlebnisse des letzten Jahres beim Koreaner um die Ecke auszutauschen. Es stellt sich heraus, dass obwohl Tobi und Rouven quasi ein Jahrgang sind, sich ihre Wege nie kreuzten. Und das nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Als langjähriger Einheimischer hat er ein paar gute Tipps für die nähere Umgebung und den weiteren Reiseverlauf. Nach einem Kaffee in Surfers Paradise trennen sich unsere Wege vorerst, denn auf unserer Liste stehen noch die Fingal Heads, südlich von Gold Coast.

Diese seltsamen Gesteinsformationen wurden über die Jahre von den aufprallenden Wassermassen geformt und so entstanden skurile Skulpturen, die auf eine Art unnatürlich wirken.

Über einen schmalen Pfad durch dichtes Gewächs erreichen wir den angrenzenden Strand, den wir fast für uns alleine haben. Der Himmel spiegelt sich im klaren Wasser und in der Ferne tollen einige Hunde in den Fluten. Ein schöner Anblick, nach den ganzen Straßenhunden in Südamerika.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz macht sich die Stadtnähe wieder bemerkbar – Rushhour. Etwas das ich auf unserer Reise so überhaupt nicht vermisse.

Am nächsten Morgen geht es wieder in die Stadt, zu dem Pier „The Split“. Von hier sieht man die Skyline der Stadt am Ende des kilometer langen Strandes. Nach landestypischem Fish & Chips tun wir es den Hunden gleich und stürzen uns in die mannshohen Wellen. Da kann man sogar mit 30 Jahren nochmal Kind sein!

Am Abend treffen wir uns ein letztes Mal mit Rouven und einem Freund, Oskar, der ihn vor einigen Jahren nach Deutschland begleitete. Die Reise hat mich in einen echten Sushi-Fan verwandelt und so kommt es mir gerade recht, dass wir ein japanisches Restaurant ansteuern. Die Stimmung ist wie immer gut und so sitzen wie noch eine Weile bei asiatischem Bier zusammen.

Netterweise erklärt sich Rouven bereit, einige unserer Kleider bei seinem nächsten Besuch in die Heimat mitzunehmen. Auch wenn es manchmal in klimatisierten Räumen etwas kühler ist, die Thermounterwäsche für -10°C werde ich in Asien vermutlich nicht mehr brauchen.

Auf seine Empfehlung beschließen wir das Great Barrier Reef nicht von Cairns zu besuchen, sondern eine Schnorcheltour zu den Whitsunday Islands zu buchen. Das Erlebnis soll ähnlich sein, die Gruppen jedoch wesentlich kleiner und der herausgesuchte Veranstalter ist sogar eco-zertifiziert.

Somit steht das nächste Ziel fest: Airlie Beach. Eine Art kleinem „Byron Bay“, jedoch weniger touristisch, was mir durchaus zusagt. Doch zuvor liegen noch die Glashouse Mountains auf der Strecke.


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