aus der Sicht von Max

Ubud ist neben den unzähligen Tempelanlagen und die durch Instagram weltbekannten Reisterassen auch für seine Primaten im Heiligen Affenwald bekannt. Unmittelbar an die Stadt grenzt ein Stückchen Urwald an, das die Affen ihr zu Hause nennen. So muss man in der Region rund um den Wald immer aufpassen, dass nicht eines der Tiere auf die Straße läuft.

Mit einem Eintritt von 80.000 indonesischen Rupien, umgerechnet ziemlich genau 5€ pro Person, ist dieser kein Schnäppchen, aber jeder, der mich kennt wird wissen: das lasse ich mir nicht entgehen.

Kaum haben wir den Park betreten, stoßen wir bereits auf die erste Gruppe. Von Jungtieren, über Heranwachsende bis hin zu riesigen Männchen ist alles vertreten und die Affen streifen über den Platz, beobachten die Besucher, tollen herum oder lausen sich. Es macht Spaß den Tieren zuzusehen, die hier zwar angefüttert, nicht aber in Käfigen gehalten werden. Das Stückchen Urwald nenen fast 800 Affen ihr zu Hause, eine ganz schöne Hausnummer.

Neben den neugierigen Kletterkünstlern, die von Zeit zu Zeit auf meinem Rücken herum turnen und den Rucksack inspizieren, gibt es hier auch eine Sammlung von mehreren Tempeln zu bestaunen, die teils kunstvoll und gut gepflegt in die Natur integriert sind. Besonders beeidruckend ist die Dragon Bridge, die den Holy Spring Tempel mit einem der Hauptplätze verbindet. Diese ist nahezu vollständig von den Wurzeln und Schlingpflanzen der umliegenden Bäume eingehüllt. Es wirkt, als wäre sie von Natur geschaffen und gut getarnt verschwimmt sie mit ihrer Umwelt. Ein kleines Paradis, unmittelbar an die belebte Stadt angrenzend.

Ebenfalls in der Nähe von Ubud ist die Goa Cave oder auch Elefantenhöhle anzutreffen. Sie wurde im neunten Jahrhundert aus dem Fels getrieben und diente den Gläubigen als Ort der Meditation und geriet viele Jahre lang in Vergessenheit, bis sie 1923 von einem niederländischen Archäologen wieder entdeckt wurde. Beim Betreten des Eingages steigen uns bereits dichte Rauchschwaden entgegen. Die unzähligen Räucherstäbchen und Opfergaben hüllen die Luft so stark ein, dass das Atmen in dem Gewölbe schwer fällt und sogar die eigene Hand ist kaum noch vor den Augen zu erkennen. Im dichten Nebel lassen sich kleine Opferaltäre erkennen, bevor ich der stickigen, schwülen Luft ins Freie entfliehen muss. Zum Glück hielt es Deborah noch etwas länger darin aus und konnte so einige Bilder ergattern.

Der Wasserfall Tukad Cepung liegt auf direktem Weg zwischen der Goa Cave und dem Muttertempel in Besakih, weswegen wir dort noch einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Den Roller abgestellt, an einem wenig beachteten, dafür aber nicht weniger schönen Tempel vorbei und schon kann es los gehen.

Über einen sehr steilen Pfad geht es nahezu senkrecht den Hang hinutner. Die Stufen sind extrem schmal und unangenehm hoch, sodass es sogar für mich nicht so einfach ist hinunter zu gelangen. Umso schwerer tut sich Deborah an den teils hüfthohen Tritten. Der Weg ansich wirkt noch sehr neu und links und rechts befinden sich angehende Verkaufsstände und Restaurants in der Bauphase. Auf Bambusgerüsten werden Dächer montiert, es wird gehämmert und geschraubt, um vermutlich eine ähnliche Szenerie wie an den Reisterassen zu erschaffen. Mit „I Love Bali“ Schildern und Riesenschaukeln. Die Einheimischen scheinen das Potential des Wasserfalles für sich entdeckt zu haben, doch noch sind die Eintrittspreise gering und der Wasserfall ist nur selten in Reiseberichten anzutreffen – noch.

Am Fuße angelangt geht der Pfad in einen Bachlauf über. Barfuß warten wir das kühle Nass stromaufwärts, bis wir in eine immer enger werdende Schlucht kommen. Über uns blitzt nur noch ein schmaler Spalt Licht durch das üppige Grün. Dicke Tropfen prasseln die Felswände hinab auf uns nieder und wir müssen immer wieder durch enge Passagen, an riesigen Steinen vorbei oder unter ihnen durch, bis das Rauschen des Wasserfalls zunehmend stärker wird. Die Wassermassen ergießen sich die Steilwand vor uns hinab und es scheint als käme es direkt aus dem Himmel. Als wäre man in einer Höhle, durch deren Loch in der Decke ein Wasserfall hinein fließt. Ziemlich beeindruckend.

Der Muttertempel oder auch Pura Besakih ist der größte hinduistischte Tempel auf Bali mit einer Fläche von drei Quadratkilometern und circa 30 einzelnen Tempelanlagen, die zusammen eine riesige Anbetungsstätte bilden. Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Am Eingang angelangt, oder zumindest einen guten Kilometer davor, müssen wir den Scooter abstellen. Im Ticket sind ein One-way Shuttle zum Tempel sowie ein Guide enthalten. Das Ganze gefällt mir nicht sonderlich, da man sich nicht aussuchen kann, ob man es alleine machen möchte oder nicht. Außerdem möchte der „inkludierte“ Guide mit Sicherheit auch noch ein Trinkgeld bekommen und dank one-way Shuttle darf man sich auf dem Rückweg auf einem Kilometer durch jeden erdenklichen Souvenirshop durchkämpfen. Naja – geben wir dem Gazen zumindest eine Chance denke ich mir, als wir auf den Rollern zum Haupteingang gefahren werden. Oben angekommen wird uns eine „Opfergabe“ in die Hand gedrückt, die natürlich wieder Geld kostet und ohne die wir angeblich nicht den Tempel betreten können.

Der Guide selbst spricht nur schlechtes Englisch und scheint sowieso nicht sonderlich Lust auf seinen Job oder irgendwelche Erklärungen zu haben.“Take picture here, picture there“ und weiter gehts. Wir lernen also leider wenig über die Anlage ansich. Am Rande bekommen wir mit, dass es wohl auch motiviertere und sogar deutsch sprechende Guides gibt – Pech gehabt.

Dennoch sind die Tempel ein sehr beeindruckender Anblick, besonders mit ihrer Lage unmittelbar vor dem Mount Agung, dem höchsten Berg Balis – den wir heute leider nicht sehen können.

Bei unserer Opfergabe betet unser Guide etwas auf indonesisch vor, ohne zu erklären worum es geht und wozu das Ganze gemacht wird und als wir dann nochmals ein „Opfer“ für den Tempel erbringen sollen (natürlich jeder einzeln) platzt mir fast der Kragen. Wozu zahlen wir denn den Eintritt, den Guide extra und die Blumen zum Opfern, wenn wir für „den Tempel“ nochmal bezahlen sollen? Irgendwo hört Religion auf und Kommerz fängt an!

So verlassen wir leider mit negativem Beigeschmack und nur wenig schlauer als zuvor den Muttertempel.

Mein Fazit: schön mal gesehen zu haben, aber ich würde es nicht empfehlen.


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