aus der Sicht von Max

Wie oft habe ich bereits online Bilder von anderen Reisenden aus Sydney gesehen … das Motiv immer das gleiche: ein breites Grinsen vor dem weltbekannten Opernhaus – neben dem Pariser Eifelturm, dem Brandenburger Tor in Berlin, der Jesusstatue über Rio oder dem Empire State Building in der New York Skyline wohl eines der einprägsamsten Wahrzeichen der Welt. Ein Symbol, das wohl bekannt und dennoch auf eine Art bedeutunglos für mich schien – man hört es immer wieder und doch kann man sich kaum etwas darunter vorstellen.

Und jetzt, jetzt stehen wir genau an diesem Ort, in der Stadt, die noch vor einiger Zeit in ungreifbarer Ferne lag. In jener, die so oft als vermeintliche Hauptstadt Australiens genannt wird.

Was wir bereits in Melbourne über die australischen Städte gelernt hatten: es gilt sie zu erleben! Und so schlendern wir am Hafen entlang, die Stufen zum Opernhaus hinauf, die so viele andere vor uns erklommen haben. Die weiche, geschwungene Oberfläche des Gebäudes passt sich angenehm in die Skyline der Stadt ein und bildet ein geniales Fotomotiv mit dem riesigen Bogen der dahinter liegenden Harbour Bridge. Bei einem Blick in die noch verschlafenen Kaffees und Restaurants wird schnell klar – dass das Hafenbecken eine Art Lifestyle – Viertel ist, für das man etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Ganz ähnlich wie damals in Buenos Aires. Der einzige Unterschied: dieses Mal ist es leider nicht mehr unsere Liga, weswegen wir zum Mittagessen den nahe gelegenen Foodcourt ansteuern. Hier trifft man überwiegend Einheimische an, die sich in ihrer Mittagspause in einem der unzähligen Restaurants und Schnellimbisse einfinden. Wir gesellen uns dazu, beobachten das hektische Treiben der Stadt und genießen den sonnigen Nachmittag.

Vor Einbruch der Dämmerung machen wir uns auf den Weg zur Harbour Bridge. Diese verbindet nicht nur das Stadtzentrum mit Nord Sydney auf kürzestem Wege, sondern dient als optimale Aussichtsplattform auf das Opernhaus und die Skyline der Stadt. Kühl pfeift der Wind über die Brücke hinweg. Immer wieder schlängeln sich Läufer an uns vorbei, die den Feierabend noch für ein wenig sportliche Betätigung nutzen. Die Sonne versinkt langsam hinter uns und vor uns erwacht die Stadt zum Leben. Warmes Licht umspielt das Opernhaus und lässt es fast golden erstrahlen. Das im Hafenbecken liegende Kreuzfahrtschiff wirkt wie ein eigener gigantischer Häuserkomplex, von dessen Spitze immer wieder eine Art Kapsel in die Höhe fährt. Ein ausklappbarer Aussichtsturm, der die Insassen geschätzte 20 Meter über das Schiff hinaus hebt – wer es sich leisten kann.

Es bietet sich uns ein wunderschönes Spiel aus Lichtern, von dem ich mich nur schwer los reißen kann.

Zurück im Hafenbecken sind die Restaurants und Kaffees gut gefüllt. Es brennen Fackeln, Musik ertönt aus jeder Ecke und die gesamte Atmosphäre wirkt sehr angenehm auf uns. Allerdings, wie bereits vermutet, nicht in unserem Budget, weswegen wir uns zeitnah zurück zum Hostel begeben.

Um dem hektischen Stadtleben zu entfliehen empfielt sich ein Ausflug an die Küste oder besser gesagt den Bondi Beach. Ähnlich wie an der Copa Cabana lautet das Motto hier: „sehen und gesehen werden“, was sich auch in dem Fitnessstudio „Icebergs“ direkt an der Küste widerspiegelt. Hier kann man im Infinity Pool seine Bahnen ziehen, während die Wellen über die Brüstung hinein schwappen.

Bezahlen für im Meer zu schwimmen, wo doch der kostenlose Strand direkt daneben liegt? Richtig gehört! Verstehen tue ich das Ganze nicht so recht aber ein cooles Fotomotiv ist es auf jeden Fall.

Von hier aus führt der „Lighthouse Walk“ die Küste hinauf, bis zum Hornby Lighthouse. Dieser schlängelt sich dicht an den hohen Felsklippen entlang und gibt so immer wieder beeindruckende Aussichten der Steilhänge, die sich in die Tiefe stürzen, frei.

Vom Leuchtturm geht es anschließend mit der Fähre wieder zurück in den Stadthafen. Nicht nur ein staufreier Weg in den Stadtkern, sondern vielmehr eine inkludierte Hafenrundfahrt, die neue Perspektiven der Skyline bietet. Besonders, als die Sonne gerade hinter der Harbour Bridge verschwindet und den Hafen in ihr warmes Abendlicht taucht. Ich kann es noch immer kaum glauben – wir sind in Sydney, der Hauptstadt, die keine ist.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.