aus der Sicht von Max

Nach unzähligen Kilometern, netten Bekanntschaften und tollen Erlebnissen bricht langsam aber sicher die letzte Woche unseres USA-Aufenthaltes an. Was eignet sich besser um die nächsten Schritte zu planen und die Zeit ausklingen zu lasssen als die Sonne San Diegos? Und so packen wir erneut unsere Backpacks und starten am späten Abend zum Busbahnhof, wo wir mehr schlecht als recht die Nacht verbringen. Unser Privatbus – ja ihr habt richtig gehört, wir waren die Einzigen in dem riesigen Reisebus – kommt in den frühen Morgenstunden am Ziel an. Die Sonne ist gerade aufgegangen und bereits in der Dämmerung lässt sich die Nähe zu Mexiko kaum verkennen. Südländische Häuser und Kakteen in den Vorgärten verleihen der Altstadt den richtigen Flair. Unsere Unterkunft für die kommende Woche liegt zentral in der Stadt, versteckt zwischen den umliegenden Hochhäusern. Ein kleines victorianisches Häusschen, wohl aus dem neunzehnten Jahrhundert, das nur so vor Farben strahlt. Zwei Liegestühlchen auf der Terasse laden im lauschigen Schatten dazu ein, den Tag gemütlich zu verbringen, den Blog nach den Vergangenen Wochen ohne Internet ein wenig zu pflegen und das ein oder andere Videomaterial zu sichten.

Doch ein wenig Kulturprogramm muss hin und wieder auch sein! Man kommt schließlich nicht alle Tage nach San Diego und so führt uns der zweite Tag in der Stadt hinaus, zum Point Loma. Einem Naturschutzgebiet an der Südspitze der westlichen Landzunge.
Von dort aus bietet sich uns ein gigantischer Ausblick über die Bucht und die Skyline San Diegos, bis hin nach Mexiko. Aufgrund des ersten Regens seit 6 Monaten, letzte Woche, ist die Sicht hervorragend. Angenehme zwanzig Grad und ein sanfter, salziger Wind weht uns um die Ohren. Immer wieder ziehen die Hubschrauber und Schiffe des ansässigen Militärs vorüber.
Die überlebensgroße Statue Juan Rodríguez Cabríllos thront über der Bucht, einem spanischen Seefahrer, der auf der Suche nach Gold, Ländereien und einem Seeweg nach China, die heutige Westküste der USA hinauf segelte. Moment mal – die Westküste? Wie kamen die Schiffe denn von Spanien an die Westküste Amerikas?
Grundsätzlich gab es drei Möglichkeiten:
Um Südamerika herum segeln, was einem Umweg von zwei zusätzlichen Jahren auf hoher See beudeuten würde.
Das Schiff demontieren und auf dem Landweg, in der nähe des heutigen Panamakanals, quer durch das Land transportieren, um es nach wochenlangen Anstrengungen wieder an der Küste zusammen zu bauen.
Oder die Schiffe zurücklassen und erstmal im Westen angekommen, von der Pike auf neu zu  erbauen.
Wenn ihr mich fragt: keine so tollen Optionen – da sind wir froh, dass die Anreise für uns weniger anstrengend verlief!
Untermalt werden die Austellungsstücke und Modelle der Segelschiffe von einem, in voller Piratenmontur gehüllten Parkranger, der von den mehr als rauen Lebensbedingungen der damaligen Glücksritter erzählt und Frage und Antwort bezüglich der Ernährung an Bord steht.
Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir den höchsten Punkt des Kapps. Hier befindet sich noch heute der ehemalige Leuchtturm der Bucht, der von 1855 bis 1891 diente. Das Gebäude ist trotz der salzigen Luft und der langen Dienstzeit nach wie vor bestens in Schuss. Im Laufe der Zeit zeigte sich jedoch, dass der Turm wegen tiefer Nebelfelder nur schwer zu sehen ist, sodass ein neuer unmittelbar am Wasser erbaut wurde, der den historischen ablöste.

Zurück im Hostel angekommen geben wir uns mit einem kleinen Blick nach Mexiko in die Ferne nicht zufrieden. Die berühmt berüchtigte Stadt Tijuana liegt in unmittelbarer Nähe und so beschließen wir, uns von allem schlechten Gehörten nicht beeinflussen zu lassen und uns selbst ein Bild von der Stadt zu machen. Praktischer Weise findet eine vom Hostel organisierte Tour dorthin statt, sodass wir nicht alleine durch die Stadt schlendern müssen. Bereits unmittelbar nach Überschreiten der Grenze wird klar, dass wir uns in einer komplett anderen Welt befinden. Hektische Menschenmassen, unübersichtliche Verkaufsstände, Geschwindigkeitsbegrenzungen in Kilometer pro Stunde, der Geruch von gebratenem Fleisch von den Imbissständen liegt in der Luft un die in der Stadt herrschende Armut ist kaum verkennbar. Man fühlt sich nicht ganz wohl bei dem Gedanken, die Kamera auszupacken, sodass die gezeigten Bilder leider nicht von bester Qualität sind.
Nach knappen fünfzehn Minuten Fußweg erreichen wir das Herz der noch touristisch wirkende Stadt. Mexiko-Fahnen zieren die Gasse, Trompetenspieler vor den Restaurants und Livemusik auf einer kleinen Bühne. Wer sich nicht auf unnötiges Risiko einlassen möchte, der bleibt lieber im Norden der Stadt, in Grenznähe. Dieser und wie wir bald merken einen weiteren Tipp aus dem Internet beherzigen wir auf unserem Trip. „Wer nach Tijuana geht, der sollte schauen wo er hin läuft.“ Ich konnte zunächst wenig mit dieser Aussage anfangen, doch erst einmal vor Ort angekommen begreifen wir schnell was gemeint ist. Immer wieder bieten sich ausgezeichnete Stolperfallen auf den Gehwegen. Knietiefe Schlaglöcher und fehlende Kanaldeckel sind hier keine Seltenheit, sodass die Augen besser auf den Weg gerichtet bleiben sollten. Wirklich viel über die Stadt ansich kann ich an dieser Stelle nicht berichten, denn die geführte Tour steuert geradewegs eine Bar und anschließend einen Nachtclub an. Das Bier und der Tequila sind günstig – und erstaunlich gut! Und die Tacos an den Straßenständen sollte man definitiv probieren, insbesonders wenn man gerne scharf isst.
Immer wieder tauchen am Straßenrand die für Tijuana typischen „Zebras“ auf, oder besser gesagt: bemalte Esel. Was das Ganze soll, konnten wir leider nicht herausfinden und ein Foto von den Tieren zu erhaschen, lässt sich der Besitzer meist bezahlen, sodass wir in dieser Hinsicht nichts vorweisen lässt.
Wer sich im Norden der Stadt aufhält und sich in einer Gruppe bewegt, für den sollte die „fünft-gefährlichste Stadt der Welt“, ein gute Erfahrung werden.

San Diego als Stadt, strahlt eine sehr angenheme Atmospähre aus. Schöne Strände mit kristallklarem Wasser, riesige Wellen, die die Surfer anlocken und gemütliche Strandpromenaden mit gelegentlichen Pieren, an denen sich die Angler tummeln. Große Palmen spenden schützenden Schatten, vor der noch kraftvollen Sonne und so verbringen wir den Tag an der Küste, beobachten die Surfer im aufegwühlten Meer und lassen es uns gut gehen. Einen ausgezeichneten Spot, für Anbeter de Sonnenuntergangs, stellen die, wie der Name schon sagt, „Sunset Cliffs“ dar. Eine stark abfallende Felskante an der Westküste der Stadt, die von den heranbrechenden Wassermassen bereits stark zerklüftet wurde. Einheimische wie auch Touristen zieht es hier her, um das Versinken der Sonne im Pazifik zu beobachten. Angeblich ist genau in dem Moment, in dem die Sonne im Meer verschwimdet, ein grüner Lichblitz zu sehen. Von diesem fehlt jedoch jede Spur – dennoch ein schön anzusehendes Spektakel.
Ein letztes „Must-see“ auf unserer Liste in San Diego ist der „Balboa Park“. Bereits mehrfach im Hostel von anderen Reisenden angepriesen, machen wir uns voller Erwartungen auf den Weg. Gepflegte Grünanlagen, kleine Blumen- und Gartenanlagen und hin und wieder ein Wasserspiel gestalten den Stadtpark sehr ansprechend. Bereits am Eingang schreiten wir durch ein großes Tor, das einer Festungsanlage gleicht und gelangen in eine geschmackvoll gestalteten Innenhof. Blumenbeete, Stühle und bunte Schirme eines Straßenkaffees und das Glockenspiel des Kirchturmes lassen den Lärm des angrenzenden Flughafens vergessen. Ein sehr gepflegter botanischer Garten, der Pflanzen aller Art beherrbergt, lockt die Besucher tiefer in den Park hinein.

Den letzten Abend in San Diego lassen wir gemütlich mit den anderen Gästen im Hostel bei einem „all you can eat Taco Abend“ ausklingen.
Die kleine Villa Kunterbunt im Herzen der Stadt können wir nur wärmstens empfehlen. Tägliche ansprechende Events, nette Bekanntschaften und gemeinsame Abendaktivitäten werden im International Traveler Hostel groß geschrieben!

Folge uns auf Instagram, um auf dem Laufenden zu bleiben!

Jetzt auch auf Youtube!

Kategorien: Amerika

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.