aus der Sicht von Max

Kennt ihr das … Tage, an denen es einfach nicht so recht laufen will? Solche „schwarzen Tage“ gibt es nicht nur zu Hause, sondern auch zwangsläufig auf Reisen, wenn man so lange unterwegs ist. Der Heutige fällt defintiv unter diese Kategorie.

Auf dem Weg nach Nevada galt es, sich für die Nord- oder die Südroute zu entscheiden. Während Erstere vom „Bryce Canyon“ über den „Zion Nationalpark“ verläuft, führt Letztere in einer Schleife zunächst nach Süden, zum „Horseshoe Bend“, dem „Antelope Canyon“, dem „Wave Canyon“, den „Havasu Falls“ und schließlich dem „Grand Canyon“ mit seinem weltbekannten „Skywalk“, bevor sie westlich in Las Vegas zusammen führen. Die Entscheidung fällt in Anbetracht der Quantität der Angebote recht leicht und so begeben wir uns auf den Weg nach Süden zum „Horeshoe Bend“.

Die gut ausgebauten Straßen in Arizona erlauben den LKW-Fahrern halsbrecherische Geschwindigkeiten und so lässt das Unvermeidbare nicht lange auf sich warten. Der viel zu schnell entgegen kommende Truck schleudert einen münzgroßen Stein auf uns zu. Mit einem lauten Knall findet das Geschoss sein Ziel. Für einen Wimpernschlag entgleiten meine Emotionen – mein wuterfüllter Schrei, aus dem tiefsten Inneren heraus, lässt Deborah zusammen zucken. Der zweite Steinschlag innerhalb von vierzehn Tagen. Dieses Mal jedoch richtig.

Die nächste unschöne Überraschung, am gleichen Tag, lässt nicht lange auf sich warten. Nach einigen Stunden Fahrtzeit erreichen wir den berühmt, berüchtigten Grand Canyon. Doch von dem angepeilten „Skywalk“ fehlt jede Spur. Lediglich Touristen und Kommerz, so weit das Auge reicht. Der Abenteuerflair eines Nationalparks wird vollends durch die Feriendörfer und unzähligen Souvenirshops zerstört. Als der Parkranger die Frage nach dem Skywalk nur belächelt und uns die ernüchternde Nachricht gibt, dass sich dieser fünf Stunden westlich von hier befindet, platzt mir fast der Kragen. Der „Grand Canyon“ erstreckt sich über eine Länge von 446 Kilometer und ist nicht auf gesamter Länge befahrbar. Um an die Westseite zu gelangen muss der Park also zunächst Richtung Süden verlassen werden, um dann später über Las Vegas in Richtung Osten zurück zu kehren. Zusätzlich stellt sich heraus, dass das Betreten des gläsernen Steges sündhaft teuer ist und aus „Sicherheitsgründen“ auch keine Kameras erlaubt werden. Stattdessen können die Bilder der angeheuerten Fotografen für „kleines“ Geld erstanden werden. Was für uns jedoch nicht in Frage kommt – so bleiben nur noch der „Antelope Canyon“, der „Wave Canyon“ und die „Havasu Falls“ auf unserer Liste.
Genauere Recherchen verraten uns, dass sich der Preis für eine geführte Tour durch den „Antelope Canyon“ pro Person auf knappe 50$ beläuft, weswegen wir diesen Stopp ebenfalls auslassen. Zusätzlich stellt sich heraus, dass aus Gründen des Naturschutzes und der Bewahrung täglich nur 20 Personen den „Wave Canyon“ betreten dürfen. Zehn davon werden über eine Online-Warteliste bestimmt, die für das gesamte Jahr ausgebucht ist und die restlichen zehn über eine Auslosung vor Ort ermittelt. Wer also morgens früh genug an ist, kann sich in die Lotterie eintragen lassen, aus der dann die Besucher für den kommenden Tag ausgwählt werden. Man muss folglich eine Übernachtung einplanen und nüchtern betrachtet stehen die Chancen mehr als schlecht, zwei der begehrten Plätze zu ergattern. Somit reduziert sich die Anzahl der verbleibenden Stopps auf genau einen, die Havasu Falls. Doch wie soll es heute anders sein – so bleibt die nächste Enttäuschung nicht aus. Ein Blick auf die Karte verrät, dass die Wasserfälle nicht mit dem Auto zu erreichen sind, sondern lediglich über einen sehr anstrengenden 15 Kilometer langen Hike. Das Areal gehört zum Stammesgebiet der Indianer, die wegen Selbstüberschätzung einiger Wanderer den Tageshike verbieten. Es muss also eine zusätzliche Übernachtung eingelegt werden. Dementsprechend saftig fallen die Preise aus. Die Nacht auf dem Campingplatz kostet 140$ pro Person und ist für 2018 vollständig ausgebucht.
Aus der vielversprechenden Südroute wurde somit nur ein herausragender Stopp am Horseshoe Bend.

Auch zukünftig werden solche Tage wohl nicht ausbleiben, durch bessere Planung lassen sie sich jedoch eventuell reduzieren. Doch trotz der ganzen Pleiten, des Pech und der Pannen verlernen wir das Lachen heute nicht. Innerhalb der vergangen zwei Monate verging nicht ein einziger Tag, der in irgend einer Weise schlecht war, oder an dem es nichts zu lachen gab. Wir sind jeden Tag dankbar, für die sich uns bietenden Gelegenheiten und genießen den Trip in vollen Zügen.

Kategorien: Amerika

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