aus der Sicht von Max

Neben gutem Essen, einer beeindruckenden Skyline und dem toll funktionierenden öffentlichen Verkehrsmitteln hat Singapur noch mehr zu bieten: üppiges Grün – und das in unmittelbarer Stadtnähe. In den Southern Ridges und im Mount Farber Park kann man gemütlich mit beeindruckenden Ausblicken über die Stadt durch dichtes Blattwerk schlendern. Trotz des angenehmen Schattens, den die Bäume spenden, setzt uns die Hitze nach wie vor zu, sodass wir nur einen kleinen Teil der Anlage erkunden. An einem weiteren überlebensgroßen Merlion angekommen, lassen wir uns nieder, genießen den lauen Wind, den Ausblick und vergessen die Zeit über einigen Kartenspielen – das hatte ich in Malaysia doch schon ein wenig vermisst!
Als eine riesige Reisegruppe asiatischer Herkunft in gewohnt lauter und rüpelhafter Manier über die Stille des Parkes herfällt, beschließen wir die Flucht zu ergreifen.

Kaum wieder am Fuß des Hügels angelangt springen wir direkt in die nächste U-Bahn und nach einem kurzen Zwischenstopp bei unserem Lieblings-Obstverkäufer befinden wir uns bereits wieder in der Marina Bay. Dieses Mal lockt jedoch die Lichtshow auf der gegenüberliegenden Seite des Hotelkomplexes, in den Gardens by the Bay. Das Bauprojekt wurde 2010 zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt gestartet und das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen! Riesige Grünflächen, gepflegte Parkanlagen, Bachläufe und Brunnen. Bereits aus weiter Ferne ist der Park zu erkennen, denn die bis zu 50 Meter hohen „Super Trees“ ragen doch sehr prägnant in die Skyline der Stadt. Bei diesen Stahlriesen handelt es sich um ein metallisches Geäst, das riesige Bäume nachempfinden soll. Gleichzeitig dienen diese als Rankhilfe für am Fuß gesetzte seltene Pflanzen, die nach und nach die künstlichen Bäume in natürliche verwandeln. Als wäre dies nicht schon beeindruckend genug, so sind sie zusätzlich mit unzähligen Scheinwerfern und LEDs überzogen, die den Ort bei Einbruch der Dunkelheit in ein mystisches Spektakel verwandeln. Der nötige Strom für die Show wird tagsüber mittels Photovoltaikpanelen gesammelt. Ebenso nachhaltig ist das Bewässerungssystem des Parkes, das zum Großteil auf gesammeltem Regenwasser basiert.

Den Skyway, der sich in luftiger Höhe zwischen zwei der Stahlriesen entlang spannt, lassen wir leider aus. Ansich eine nette Idee, die Skyline und den Sonnenuntergang von dieser eleganten Konstruktion aus zu beobachten, doch der Preis schreckt uns ab. Als wäre es nicht genug, den stattlichen Preis zu zahlen, wird man nach nicht einmal zwanzig Minuten vom Sicherheitspersonal wieder hinunter gescheucht. Eine der beiden abendlichen Lichtshows von dort beobachten? Natürlich kostet das extra! Schade.

Dennoch finden wir ein mindestens genauso schönes Fleckchen Erde, von dem wir die Show beobachten können. Gespannt warten wir auf das Spektakel, beobachten die Sonne, die hinter der beeindruckenden Silhouette des Marina Bay Sands verschwindet und sehen immer wieder, wie an dessen Spitze das Blitzlicht unzähliger Kameras aufblinkt. Und wie so oft in letzter Zeit denke ich mir: „Singapur – vor einem Jahr noch ein Wort unter dem man sich außer dieses Gebäudes nichts vorstellen konnte, und jetzt sitzen wir tatsächlich hier.“

Pünktlich startet die Show, die gigantischen Super Trees erwachen zum Leben und erstrahlen in den buntesten Farben – natürlich jeweils passend auf die Musik abgestimmt. Ein Spektakel, das man einmal im Leben gesehen haben sollte! Für eine geschlagene viertel Stunde sitzen wir da, mit offenen Mündern und staunen nicht schlecht über die Kreativität und die Leidenschaft, die in diesen Park floss. Die Lebensqualität steigern? Definitiv gelungen! Die Show gefällt uns so gut, dass wir beschließen noch eine weitere Stunde hier zu verweilen und auf die zweite Runde zu warten. Dieses Mal jedoch nicht aus der Ferne, mit der Skyline im Hintergrund, sondern liegend unmittelbar zwischen den Super Trees. Der Blick nach oben lädt zum Träumen ein, zum Genießen und zum Resümieren.

Noch nie in Singapur gewesen? Da könntest du definitiv etwas verpasst haben! Die Stadt gefiel uns mit all ihren Facetten und wir würden jedem wärmstens empfehlen zumindest einen kurzen Zwischenstopp hier einzulegen. Wir sagen. „Danke Singapur für die unvergessliche Zeit, die wir hier erleben durften, für die Gastfreundschaft und das deutsche Weizenbier.“  

Noch knappe drei Stunden, dann wird uns der Nachtbus über die Grenze in Richtung Norden bringen, nach Malaysien, sodass sich unsere Wege vorerst wieder trennen werden. Tobi, der das Land in den vergangenen Wochen bereits erkundetet, wird am morgigen Tag in den Flieger nach Medan steigen. Unser nächster Stopp? Kuala Lumpur!


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