aus der Sicht von Tobias

Nun bin ich also dran mit aktivem Schreiben 🙂
Vor dem Elan mit welchem die beiden diesen Blog seit Beginn ihrer Reise führen, muss man wirklich den Hut ziehen. Es sieht immer alles so einfach aus, wenn man es dann online sieht, aber es steckt eine Menge Arbeit dahinter. Das kann ich euch sagen.

Als Deborah und Max damals aufgebrochen sind waren die Gedanken, welche ich hierzu hatte wie die vieler anderer: „Die trauen sich aber was“, „Schau mal … die machen einfach“, …
Es war schon ein wenig unwirklich, als die beiden dann wirklich in den Flieger gestiegen sind und ja … man war auf jeden Fall neidisch.
Aber es ist wie mit so vielem im Leben: „Das kann man ja nicht einfach mal so machen“.
Diese Mentalität habe ich mir abgewöhnt und habe den Schritt einfach gewagt. Nach nun bereits 4 Wochen, die so schnell verflogen sind, kann ich nur sagen, dass ich diesen Schritt keineswegs bereue.

Also erst einmal muss ich sagen, dass ich sehr sehr herzlich von Deborah und Max aufgenommen wurde. Und das sage ich nicht nur, weil ich es mir nicht verscherzen will, da die Reise ja noch ein wenig länger zu dritt gehen soll. Nachdem es bei mir doch zu einer eher spontanen Entscheidung geworden ist, mich den beiden anzuschließen, bin ich sehr dankbar für diese einmalige Gelegenheit in meinem Leben. Wenn ich mich an das erfolgte Telefongespräch Anfang Januar erinnere, bekomme ich Gänsehaut. Denn ich spürte in dem Moment, als ich die beiden per Videoübertragung aus Buenos Aires auf meinem Handydisplay sah, dass die Entscheidung richtig ist.
Man wird schon nachdenklicher, wenn man eine solche Reise antritt. Allein die Gedanken wie „Hab ich auch an alles gedacht?“ oder „Bin ich überhaupt bereit dafür?“ machten sich bei mir anfangs breit. Man fängt schon an anders zu planen, als wenn man lediglich 2-3 Wochen in Urlaub fährt. Der Gedanke daran mit den beiden Verbündete zu haben und in Anführungszeichen „nicht direkt alleine zu sein“, sorgte bei mir für ein warmes Gefühl in der Magengegend. Und ich sollte mich nicht täuschen. Von Anfang an war mir klar, dass wir in dem was wir unter Reisen verstehen, das gleiche in der Definition meinen. Auf einer Wellenlänge zu sein hilft auf jeden Fall.

Vor meiner Abreise galt es für mich als nun ältester in der Runde Verantwortung zu übernehmen und die bestand erst einmal darin noch ein paar Artikel aus Deutschland für die beiden mitzubringen. Ein wenig Platz war noch im Rucksack, also war das kein Problem. Nach einem langen Flug mit vielen Kindern an Bord, kam ich etwas übernächtigt am Flughafen an. Eigentlich war geplant mich mit den anderen in der Stadt zu treffen, aber die Überraschung war groß als ich Deborah und Max direkt am Flughafen samt dem Chiller-Gorilla Harambe traf. Ein solches Empfangskomitee hätte ich mir nicht träumen lassen. Ein herzliches Danke nochmal dafür.

Ein drittes Patenkind habe ich dann auch noch zugesprochen bekommen. Harambe und ich sind nun per Blutsbruderschaft verbunden. Klar, macht das einen stolz 🙂

Deborah und Max haben die Landschaft und Neuseeland an sich schon so fabelhaft beschrieben, sodass ich mich ein wenig kürzer halte 🙂
Neuseeland im Ganzen hat mich wirklich umgehauen. Es ist ein so einzigartiges Land, welches sich mit so vielen unterschiedlichen Pflanzenkulturen, Regionen und Landschaften schmücken darf. An der ein oder anderen Stelle ist das schon unglaublich. Ich durfte hier den klarsten Sternenhimmel erspähen, den ich je gesehen habe (inkl. Milchstraße). Highlights finden sich hier an jeder Ecke, wenn man dafür die Augen öffnet. Ich denke, dass die Natur, die Neuseeland bietet für mich das Highlight schlechthin darstellt. Sonnenaufgänge der Extraklasse und Wanderungen durch tropische Gebiete drängen sich einem hier wirklich auf. Die mehrtägigen Wandertouren (Copland-Track & die Wanderung zur Angelus Hut sowie der Kepler-Track) haben so viel Spaß gemacht. Die Mentalität der Kiwis ist unübertroffen locker. Jeder hilft dem Anderen und man hat das Gefühl, als gäbe es nie ein „Nein“. Hilfsbereit & offen diese Kiwis.

Wie wir uns fortbewegen, beziehungsweise während dieser Zeit leben, habe ich mir vorher ehrlich gesagt nicht ausgemalt. Ich lasse mich auf solche Dinge immer spontan ein. Und mittlerweile ist das Campen wirklich angenehm geworden. Bis auf die eine Nacht in der ich in meinem Zelt beinahe „vom Winde verweht“ in Solobesetzung nachgedreht hätte, kann man sich wirklich nicht beschweren. Und es ist wirklich der günstigste Weg Neuseeland zu bereisen. Dass die beiden ein Auto gekauft haben, hat sich als wirklicher Segen erwiesen. So konnte man sich die ganzen teuren Bustouren zu den Touristenhotspots selber organisieren.
Wir ergänzen uns super – ein Team hat zusammengefunden könnte man sagen. Die Playlist im Auto wurde stetig erweitert und optimiert, sodass hier für für wirklich jeden Geschmack etwas dabei ist. Es ist wichtig in der Gruppe auch über sich selber lachen zu können. Und das können wir. Jeden Tag aufs Neue.

Jetzt geht der Trip weiter nach Australien. Man darf gespannt sein, was hier alles auf uns wartet 🙂


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