aus der Sicht von Deborah

Wer beim Lesen der Überschrift denkt .. Moment mal da ist doch ein Rechtschreibfehler drin, dem sei gesagt: das ist alles so gewollt. Denn beim Ausfüllen der Einreisekarte ist Max wohl in aller Eile ein kleiner Rechtschreibfehler unterlaufen und so wurde aus Kuala – Karla. Man könnte jetzt sagen, es sei nicht fair dieses kleine Missgeschick hier zu erwähnen, doch da wir immer wahrheitsgemäß berichten wollen, werden auch solche Lacher hier erwähnt;)
Nach einer eher entspannten Einreise von Singapur nach Malaysien ist unser erster Stopp die Haupstadt Kuala Lumpur. Da wir es von unseren Couchsurfinganfragen in Amerika gewohnt waren nicht so leicht eine Zusage zu erhalten, haben wir auch hier sicherheitshalber mehrere Anfragen los geschickt. Doch die asiatische Mentalität ist eine sehr liebenswürdige und gastfreundliche und so haben wir gleich zwei positive Antworten bekommen. Die erste Gastgeberin Fia empfängt uns bereits morgens um halb sieben vor ihrem Appartment. Eine ziemlich unchristliche Zeit, doch da sie wegen des Ramadanes jeden Morgen um 5 Uhr aufsteht meint sie es wäre kein Problem für sie uns entgegen zu kommen, da sie eh schon eine Zeit lang wach wäre. Bereits in den ersten Minuten fühlen wir uns schon wie zu Hause. Fia hat sich für die Zeit unseres Aufenhalts sogar extra mit ihrer Mitbewohnerin ein Zimmer geteilt nur, um Max und mir ihr eigenes anzubieten! Nachdem wir uns eine ganze Weile über Gott und die Welt unterhalten haben, müssen Max und ich doch noch einen kurzen Powernapp einlegen bevor unsere Sightseeingtour beginnen kann.

Wir machen uns auf zum Wahrzeichen der Stadt, den Zwillingstürmen der Petronas Towers. Die Türme gehören dem Mineralölkonzern Petronas und werden größtenteils als Geschäftsgebäude genutzt. Mit einer Gesamthöhe von 452 Metern und 88 Stockwerken gilt das architektonische Kunstwerk als achthöchstes Gebäude der Welt.  Besonders nachts wenn die Türme angestrahlt werden haben sie etwas magisches. Trotz der umliegenden Hochhäuser stechen sie mit ihrer besonderen Bauweise aus dem Häusermeer heraus. Abgerundet wird ihre Erscheinung durch eine kleine Wasser-Licht Show im See des nahegelegenen Parks. So liegen wir nebeneinander, den Blick in den Himmel  gerichtet in den sich die Türme erheben, und genießen  den Moment wie viele andere hier.

Wieder zurück bei unserem Couchsurfinghost angekommen, hat ihre Mitbewohnerin schon für uns gekocht. Sie liebt es über alles zu kochen und da die WG komplett aus Indonesier besteht, ist es wohl Ironie des Schicksals, dass wir hier in Kuala Lumpur original indonesisches Essen probieren dürfen … super lecker! Als Fia von der Arbeit zurück kommt erzählen wir uns noch gegenseitig von unseren Reiseerlebnissen bis spät in die Nacht.

Da wir wie bereits erwähnt die Möglichkeit hatten zweimal zu surfen wollten wir diese auch nutzen und keinem der beiden absagen. Also ziehen wir heute noch einmal um.
Wir haben uns bei Fia und ihren Mitbewohnern sehr wohl gefühlt, wahrscheinlich gerade weil alles so gemütlich und familiär war. Da ist die Wohnung von unserem zweiten Host schon ein ziemliches Kontrastprogramm. Er wohnt in einem Wohnkomplex im 25 Stock mit Infinitypool, eigener Kletterhalle, Sqashhalle, Sauna und vielem mehr. Doch als uns  dieser herumführt und alles zeigt wirkt das Ganze für ihn schon relativ normal … Max und ich hingegen trauen unseren Augen kaum. So nutzen wir später die tägliche Stunde Regen (die hier in Kuala Lumpur fest auf dem Programm steht) und überbrücken den Schauer im überdachten Pool mit Blick über die Stadt.

Obwohl wir für den heutigen Tag eigentlich noch ein bisschen was geplant hatten, verläuft alles ganz anders. Unser Host hat heute frei und macht es sich auf der Couch gemütlich. Immer wieder verwickelt er uns in ein neues Gespräch und wir fänden es irgendwie unhöflich zu gehen. Also schauen wir zwei Filme zusammen, erfahren mehr über ihn und seine Arbeit und Max und er führen bis tief in die Nacht Diskussionen über das Motorradfahren und das deutsche Rentensystem.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zu den Batu Caves. . Die riesige goldene Statue ist mit ihren fast 43 Metern schon ganz schön beeindruckend und die bunten Stufen laden dazu ein, die weißen Sandsteinhöhlen von innen zu sehen. Obwohl es „nur“ 272 Stufen sind bringen die schwülen Temperaturen und die unbamherzige Sonne einen ganz schön zum Schwitzen. Doch oben angekommen hat sich der „Aufstieg“ gelohnt. Gut behütet in die Nichen im Stein wurden kleine Tempel errichtet die mit ihren bunten Verzierungen einen schönen Kontrast zum Weiß des Steines bilden. Die Höhlen werden von zahlreichen Gläubigen aufgesucht und ebenso von den frechen neugierigen Äffchen. Die Stadt liegt in der diesigen Mittagshitze vor uns und während wir uns im Inneren der Höhlen befinden und die Kühle des Steins spüren, kann man sich garnicht vorstellen welche Temperaturen einen gleich wieder erwarten.

Für unseren letzten Abend haben wir uns noch einmal mit Fia verabredet. Sie hat sich den Abend frei genommen und kennt den perfekten Ort, um Abschied von Kuala Lumpur zu nehmen. Die Helipad-bar befindet sich im 34. Stock des Gebäudes und ist wie der Name schon sagt ein ehemaliger Hubschrauberlandeplatz. Von hier oben zeigt sich die Stadt noch einmal in einem ganz anderen Winkel und mit einer Wahnsinnsstimmung. Doch das große Staunen beginnt erst so richtig bei Einbruch der Dunkelheit … einfach nur schön! Nach diesem Höhenflug begeben wir uns Mitten hinein ins Stadtgetümmel. Es geht über den Nachtmarkt in Chinatown, vorbei an dem mystisch wirkenden Ufern des Klangs bis hin zum Merdeka Square, einer Art Unabhängigkeitsplatz, wo passend dazu eine riesige Malaysienfahne zu sehen ist. Wieder einmal können wir eine Stadt in unsere Sammlung aufnehmen, von der die wenigsten begeistert waren, doch uns hat sie super gut gefallen. Karla du bist eine Perle!


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