aus der Sicht von Max

Fünf Personen mit vollem Gepäck und Verpflegung in einem Toyota RAV4? Wenn mir das jemand erzählt hätte, so würde ich ihn wohl für verrückt erklären … doch es funktioniert tatsächlich! Nach einigen Anläufen lässt sich die Kofferraumklappe letztlich schließen und so rollen wir dem Death Valley entgegen, die Skyline von Las Vegas, mit dem damit verbundenen Erlebten im Rücken.
Völlig überladen quält sich das Fahrzeug die kurvigen Straßen hinauf. Nach den vergangenen Wochen ist es zugegebener Maßen auch mal ganz schön, nicht fahren zu müssen und den Blick über die weiten Landschaften streifen lassen zu können.

Der Eingang in das Tal des Todes könnte nicht besser in Szene gesetzt werden. Felswände flankieren die hinein führende Straße und das „Hells Gate“ eröffnet einen tiefen Blick in die zu unseren Füßen liegende Pfanne. Wie in einem Backofen wirft das umliegende Gebirge die Hitze zurück ins Innere. Selbst am frühen Abend liegen die Temperaturen noch hoch in den 30°C. Ein starker Wind gestaltet die doch sehr lebensfeindliche Umgebung etwas erträglicher.
Beim Durchqueren des Tales stechen vereinzelt saftig grüne, von Palmen gesäumte Oasen aus der kargen Landschaft heraus. Vom „Dantes View“ Aussichtspunkt können zeitgleich der höchste (4421 Meter) und der niedrigste Punkt (-86 Meter) der USA (Alaska ausgeschlossen) eingesehen werden. Mit einer Höhendifferenz von 4507 Metern bietet sich ein atemberaunender Ausblick, den man wohl nicht jeden Tag zu sehen bekommt. Wie Adern durchziehen die auffällig weißen Salzstreifen den braunen Untergrund und die letzten Sonnenstrahlen wärmen die Haut, bevor die Sonne hinter der gegenüberliegenden Gebirgskette verschwindet. Es ist noch unklar, wo wir die Nacht verbringen werden, doch eins ist sicher: es wird kalt!
Ein Campingplatz nach dem anderen, den wir passieren, ist geschlossen, sodass innerhalb des Parkes nur noch ein einziger in Frage kommt. Sofern dieser ebenfalls überfüllt sein sollte, werden wir wohl oder übel das Zelt in der Wildnis aufstellen müssen.
Am Campground angekommen erwartet uns eine offene Schranke. Von Menschen fehlt jedoch jede Spur. Der Platz scheint nahezu verlassen und nach einem ersten Rundgang bestätigt sich die Vermutung – wir sind die Einzigen hier.
Einer der klarsten Sternenhimmel, die ich jemals gesehen habe bietet sich uns in der ansonsten finsteren Nacht. Neben dem Hellen Mond, der langsam hinter den Bergen verschwindet sind unzählige Gestirne, Sternzeichen und die Milchstraße ganz deutlich zu erkennen. Nicht ein künstliches Licht verwehrt die Sicht. Hin und wieder huschen vereinzelte Sternschnuppen am Himmelszelt entlang, bis sie schließlich verglühen und im Dunkel verschwinden. Da schmeckt das Feierabend-Bier in der Gemeinschaft nochmal ungleich besser!

5:00Uhr – unsanft wie eh und je reißt mich der Wecker aus dem Schlaf. Der trockene harte Untergrund erlaubte keinerlei Verankerung des Zeltes, sodass die Außenhaut die ganze Nacht lautstark gegen die Innenwand flatterte.
In der Eiseskälte des Morgens heißt es: Zelt abbauen, Rucksack packen und Abfahrt weiter Richtung Westen. Das Ziel für den heutigen Tag heißt Sequoia Nationalpark, die Heimat des größten Baumes der Welt. Doch zuvor gilt es die fast sieben-stündige Fahrt zu bewältigen.

Majestätisch erheben sich die gold-gelben Sanddünen der Mesquite Ebene aus der grauen kargen Landschaft heraus. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages erwärmen den noch kühlen Sand und die unzähligen Fotomotive ziehen mich zunehmend in ihreren Bann und immer tiefer in die Dünen hinein, bis mich die aufkommende Hitze schließlich zur Umkehr zwingt. Die Anderen erwarten mich bereits zum gemeinsamen Frühstück, bevor wir unseren Weg forsetzen.

Eine stark verwundene Passstraße führt uns steil bergauf aus dem Tal des Todes heraus. Einem magischen Ort, der  lebensfeindlich und wunderschön zugleich sein kann.

Kategorien: Amerika

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