„You’ve Been in the West? Guys it’s a dangerous place out there.“
Jap, wir waren im Westen der Stadt, dort wo Miami seine Schönheit und seinen Glamour verliert und sein wahres Gesicht zeigt. Der Bus bringt uns an ärmlichen Häusern mit ungepflegten Vorgärten vorbei, bis wir schließlich eine Straße erreichen, die auf ganzer Länge links und rechts von kleinen Autohändler flankiert wird. Die meisten der angebotenen Fahrzeuge sind sichtlich in sehr schlechtem Zustand. Wir lassen uns davon jedoch nicht beirren, da die Bilder aus der Anzeige einen guten Eindruck vermittelten. 
Am Ziel angelangt drückt uns der Händler den Schlüssel des Fahrzeuges in die Hand – ohne ein einziges Wort zu verlieren. Die Besichtigung scheint ihn nicht weiter zu interessieren und unsere Fragen bezüglich des Autos kann er nicht beantworten. Will er überhaupt etwas verkaufen? Bei einem ersten Blick unter die Motorhaube sticht sofort das dort befindliche Fell ins Auge. Es scheint als hätte sich dort jemand oder etwas häuslich eingerichtet. der Innenraum ist abgelebt und der Gesamtzustand eher bescheiden. Unsere Zweifel bestätigen sich, als bei der Probefahrt, die wir ohne Vorzeigen eines Ausweises oder Führerscheins machen können, alle erdenklichen Warnleuchten aufblinken. Vom Reifendrucksensor überdie ABS-Kontrolleuchte bis hin zur Handbremse, die sich scheinbar nicht vollständig öffnen lässt.
Heute kaufen wir wohl kein Auto!
 
Nachdem die Besichtigung des ersten Fahrzeuges eher bescheiden war und die Stimmung kurzzeitig etwas geknickt, machen wir uns auf ein Neues auf den Weg. 
Voller Erwartung steigen wir in den Zug und hoffen dass sich der einstündige Weg nach Fort Lauderdale lohnen wird. Immerhin sind es knapp 90km pro Weg, für die wir laut Google Maps jeweils etwa 3-4h einplanen müssen.
 
Es ist ein komisches Gefühl los zu ziehen ohne zu wissen was einen erwartet. Ein Autokauf ist auch zu Hause nun mal kein Brötchenkauf und nun das ganze in einer anderen Sprache ohne jegliches Wissen über den genauen Umfang des bevorstehenden Bürokratieaufwandes – aber „no risk no fun“!
An unserem Ziel angekommen sind wir erst einmal sehr überrascht, denn scheinbar hat uns der Weg in eine idyllische Gegend geführt fern ab von der Hektik und dem Stadtleben in Miami. Eine Allee mit kleinen Vorgärten und Basketballkörben in den Einfahrten wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt. Hausnummer 1925 – ein verklinkertes Familienhaus aus dem uns ein kleingewachsener Mann lächelnd entgegen kommt. 
„Hey I’m German and that’s my mechanic Nino.“ 
Der Gute war kein Deutscher, nein das war sein Name und das Auto das Max rausgesucht hatte scheint auf den ersten Blick den Bildern zu entsprechen. Er zeigt uns alles und Max inspiziert die wesentlichen Verschleißteile sowie den Gesamtzustand des Autos. Insgesamt steht unser potentielles zu Hause für die kommenden Monate gut da und auch German macht einen sympathischen und seriösen Eindruck. Als wir uns nach einer Probefahrt zum Kauf entschließen und ihm von unserem Vorhaben erzählen, zeigt er sich begeistert. Er bietet uns an, beim weiteren Vorgehen behilflich zu sein und vermittelt uns nach einem kurzen Telefonat an eine Freundin von ihm, die die gesamte Papierarbeit erledigen kann. Die von ihr angebotene Versicherung ist wesentlich günstiger als die zuvor in Deutschland herausgesuchte. Besser könnte es nicht laufen! Wir fahren gemeinsam zu ihr und als schließlich alle Formalitäten erledigt sind, setzt German uns wieder am Bahnhof ab. Wir müssen noch ein letztes Mal auf diesem Wege zurück nach Miami, da die Zulassungsstelle bereits geschlossen ist. Hoch feierlich überreicht er uns den Schlüssel des Dodge Grand Caravan und wir steigen voller Vorfreude und überglücklich in den Zug „nach Hause“. 
Auf dem Rückweg wird jedem von uns erst einmal klar, was gerade passiert ist. Wir haben ein Auto in Amerika gekauf, die erste große Hürde ist genommen!
Nachdem der gestrige Tag so erfolgreich war wollen wir nach allem Organisatorischen jetzt auch mal was von Miami sehen! 
Wir machen uns auf, nach Little Havana, einem Stadtviertel dem man hier kubanisches Flair und gut gelaunte Menschen nachsagt. 
Dort angekommen zeigt das Viertel jedoch zunächst die eher weniger schönen Seiten – verfallene Häuser und eine sichtlich erhöhte Armut. 
Schnell wird klar wir haben uns verlaufen. Von dem Touristen-Hotspot „Little Havana“ fehlt jede Spur. Wir beschließen uns erst einmal im Supermarkt eine Kleinigkeit zu Essen zu holen und den Lageplan zu besprechen. Nach einiger Zeit des Fragens und Herumirrens erreichen wir das Ziel.
 
Die Lebensfreude der Menschen sowie der Geruch von Zigarren lassen nicht lange auf sich warten. Dass die Uhren hier langsamer ticken wird schnell klar, als wir einen kleinen Park entdecken, in dem sich Menschen aller Altersklassen treffen, um unter kleinen grünen Schirmchen Brettspiele zu spielen. Ganze Domino-Tuniere finden hier bei ausgelassener Stimmung statt. Auch wenn die kubanische Musik, im gegenüberliegenden Straßencafe wohl für den eintreffenden Tousristenbus inszeniert ist, behalten wir Little Havana und seine Calle Ocho in guter Erinnerung.
 
In den kommenden Tagen werden wir Miami Beach sowie Winwood besuchen, ein Viertel voller Graffiti und Streetart.

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6 Kommentare

Die Göbis · Juli 24, 2018 um 10:21 am

Hi ihr Lieben,
dann kann´s ja bald losgehen. Wir sind gespannt wie es weitergeht.
tausend Küsse

Die Göbis :-)))

    ChillerGorilla · Juli 28, 2018 um 3:53 am

    Hallo Göbis 😉
    ja auf jeden Fall. Das sind wir auch, doch bis jetzt läuft alles extrem gut…wir hoffen es geht so weiter!
    Liebste Grüße
    Deborah & Max

Sabine · Juli 24, 2018 um 3:42 pm

Hallo spannend, Ich wollte auch immer mal nach Miami.LG Sabine

    ChillerGorilla · Juli 28, 2018 um 3:52 am

    Hey Sabine,
    ja das ist es …jeden Tag aufs Neue. Na auf geht´s dafür ist es nie zu spät und Miami ist definitiv eine Reise wert!
    Grüße
    Deborah& Max

Bernadette · Juli 27, 2018 um 8:06 pm

Hört sich super spannend an! Habt viel Spaß! Passt gut auf euch auf!!! LG Bernadette

    ChillerGorilla · Juli 28, 2018 um 3:49 am

    Hallo Bernadette,
    das ist es auf jedenfall!Wir haben in der kurzen Zeit, in der wir unterwegs sind schon so viel Neues kennen gelernt und bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht.
    Liebe Grüße
    Deborah & Max

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