… Bei Rick angekommen erwartet uns dieser bereits.

 „You guys are interested in seeing the plane, right?! We may fly together tomorrow in the morning, before you leave. How does this sound to you?“

Erst einmal fehlen uns natürlich die Worte. Bereits in Miami glaubten wir, es könne nicht mehr besser kommen. Doch die sich uns bietende Gelegenheit Atlanta einmal von oben zu sehen, ist unglaublich. Natürlich bejaen wir den Vorschlag und können es kaum erwarten. Dafür nehmen wir gerne einen weitern Tag in Atlanta in Kauf.
An diesem Morgen fällt es uns beiden so leicht wie nie aufzustehen. Nach dem gemeinsamen Frühstück und einigen Fliegertipps von Rick starten wir in Richtung des zweitgrößten Flughafens von Atlanta.
Bei der Einfahrt zu Rick’s Hanger sehen wir ein Einsatzfahrzeug des DeKalb Fire Rescue, welches scheinbar die Funktionstüchtigkeit der Löschvorichtungen testet und eine riesige Wasserfontäne in unsere Richtung zielt. „Maybe we get a shower for free“ meint Rick und winkt dem Feuerwehrmann freundlich zu. Doch die Dusche bleibt aus … denken wir zumindest. Wenige Minuten später, als Rick gerade einen Check des Flugzeuges vornehmen will, kommt der besagte Mann um die Ecke. Die beiden begrüßen sich freundlich und nach einem kleinen Plausch fragt er, ob wir interessiert sind an ihrer Arbeit und lädt uns auf eine Tour über die Rollbahn ein. Wieder einmal sind wir sprachlos und staunen über die Wirkung der scheinbar unbedeutenden Geste des Zuwinkens – oftmals sind es diese kleinen Zufälle, aus denen die besten Geschichten erwachsen.

Das muss man uns nicht zweimal sagen und auch Rick und Teresa sind sichtlich begeistert. An der Wache angekommen erzählt er uns einige wissenswerte Fakten über das Fahrzeug. Im Anschluss steigen wir nach und nach in den Wagen ein, dessen Räder ungefähr meiner Größe entsprechen. Jeder von uns erhält ein Headset, sodass wir die Funkgespräche mithören können. Die Tour geht entlang einer ganzen Reihe von Hangern in denen Nachrichtenhubschrauber stehen sowie Privatjets mit dazugehörigem Pilot und Bordpersonal. Dass der Fahrzeugriese trotz seiner knapp 20 Tonnen eine überraschende Beschleunigung zu bieten hat, zeigt uns der Feuerwehrmann auf dem Rückweg zur Wache. Auf einem geraden Teil der Rollbahn, hält er plötzlich an. „We re waiting for the turbo to charge, get your cameras ready and fasten your seatbelts.“ Überraschend schießt der Koloss los und presst uns in die Sitze.

Auch die Möglichkeit während des Fahrens zu löschen wird demonstriert. Als wäre diese Rundfahrt nicht schon genug, bekommen wir noch eine Führung durch die Räume, in denen gelebt und gearbeitet wird und dürfen einen Teil der Ausrüstung anziehen. Zugegebener Maßen nicht unbedingt die luftigste Variante für die Gegebenheiten vor Ort. Wir bedanken uns und dann geht es zum Hanger, der Grund warum wir überhaupt hier sind.
 

Ein letztes Mal die Scheiben wischen um in luftiger Höhe auch einen guten Ausblick zu haben. Der finale Funkspruch vom Tower – wir rollen über die Startbahn, bis man schließlich die maximale Beschleunigung des Flugzeuges förmlich spüren kann – Dann heben wir ab.
Binnen weniger Minuten sind wir so weit vom Boden entfernt, dass die Menschen wie winzige Ameisen wirken. All die Sehenswürdigkeiten die wir uns gestern anschauten, sehen aus der Luft noch spektakulärer aus. Hin und wieder wird man durch eine kleine Turbulenz aus seinen Träumen aufgeschreckt. Dann darf Max das Steuer übernehmen und das macht er echt gut. Auch die 360° Schleife sitzt als hätte er nie etwas anderes gemacht. Wir fliegen jetzt etwas außerhalb der Stadt und unter uns erblicke ich den Fluss Chattahoochee sowie einen See der sich immer wieder fjordartig ins Landesinnere zu verlaufen scheint. Es ist Mittagszeit und Rick will mit uns einen anderen Flugplatz ansteuern auf dem sich ein kleines „Fliegerrestaurant“ befindet.

Dort angekommen handelt es sich um ein wirklich schönes gemütliches Lokal dessen Raumdecke mit kleinen Modellfliegern übersäht ist. Bei Betrachtung der Menükarte stolpern wir über einige für uns kulinarischen Neuheiten. So zum Beispiel Okra, eine Kürbisart, die in verschiedenen Varianten serviert wird. Wir entscheiden uns für die frittierte Version … yummy!
Beim Rückflug übernehme ich dann das Steuer – Das Flugzeug reagiert sensibel auf die von mir eingegebenen Signale. Bei leichter Drehung des Lenkrades legt sich dieses bereits spürbar in Schräglage. Ebenso bei Steuerung der Höhe, die sich über Drücken und Ziehen an Selbigem variieren lässt. Es ist schon ein wahnsinniges Gefühl so ganz schwerelos durch den Himmel zu schweben.
Selbst zu fliegen war ein wirkliches Highlight, das Sahnehäubchen auf unserem Atlanta-Aufenhalt.

Da wir uns mal wieder dem letzten Abend vor Ort zu wenden wollen wir diesen noch einmal schön ausklingen lassen. Was würde sich dafür besser anbieten als die für Atlanta bekannte Lasershow am Stone Mountain. Jeden Abend im Sommer läuft hier eine 45-minütige Show bei der Projektionen mit 3-D Effekten an einer Felsfront zu sehen sind. Das ganze wird mit der passenden Musikkulisse abgerundet.   

Ein Inder, eine Japanerin ein Spanier, ein Amerikaner und zwei Deutsche treffen sich in einer Bar … nein das ist nicht der Anfang eines Witzes sondern die Konstellation in der wir an diesem Abend zusammen den „Berg“ (er hat gerade mal 250m Höhenunterschied gegenüber dem umliegenden Plateau) erklimmen wollen. Über die Atlanta Couchsurfer Gruppe erfuhren wir von ihnen und fragten, ob wir uns anschließen können – wir waren sofort willkommen.
So machen wir uns als die sechs Gefährten auf den Weg. So unterschiedlich wir sind, so gleich sind wir doch. Denn alle sind an diesem Abend hier um neue Leute kennen zu lernen und einfach eine gute Zeit zusammen zu verbringen … Was uns definitiv gelungen ist. Es gibt viel zu lachen und auch der Gesprächsstoff scheint nie auszugehen. Oben angekommen bietet sich uns trotz der leichten Wolkendecke ein super Ausblick. Die Stimmung die durch die rötliche Abenddämmerung entsteht hat schon fast etwas Kitschiges. Auch der orange aufgehende Vollmond zeigt sich klar und deutlich und taucht die umliegende Natur in ein gedämpftes Licht.

Plötzlich hört man das erste Knallen eines Feuerwerks … Die Lasershow beginnt! Schnellen Schrittes beginnen wir den Abstieg und begen uns zu der besagten Stelle. Dort sitzen die Menschen wie bei einem Open Air Kino auf Decken, haben Getränke und Picknickkörbe dabei und genießen das bunte Spektakel. So etwas haben wir noch nie gesehen. Es ist verrückt wie viel Arbeit für diese Attraktion betrieben wird. Doch der patriotische Abspann der immer wieder die „Stars and Stripes“ zeigt sowie den amerikanische Adler, untermalt mit der Nationalhymne, bei der sich die gesamte Menschenmenge von ihren Plätzen erhebt, verdeutlicht, dass es den Amerikanern Freude bereitet ihr Land in Szene zu setzen.

Folge uns auf Instagram, um auf dem Laufenden zu bleiben!

Kategorien: Amerika

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.