aus der Sicht von Tobi

Es ging also nach Down Under und wir starteten unseren Trip in Melbourne. Die Ankunft möchte ich kurz beschreiben, da sie echt prägend war: Da wir gegen Mitternacht ankamen, schnappten wir uns unseren Mietwagen (der Kleinste seiner Klasse – ein Hundai Accent Sport) und fuhren los. Von den beiden wurde diese Fahrt ja bereits beschrieben, aber ich muss dennoch kurz darauf eingehen 🙂 Es war absolut unglaublich, da wir auf dieser Fahrt (und es war meine erste Fahrt mit einem Rechtslenker) so viele Tiere gesehen haben, die offensichtlich eine Fahrgemeinschaft bilden wollten. Nachdem wir die ersten 10 Kängurus und 3 Wombats gekonnt umkreist und es irgendwie geschafft hatten keines der Tiere als Schmuck für die Stoßstange zu nutzen, cruisten wir mit gefühlter Schrittgeschwindigkeit zum ersten Campingplatz. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein.

Von den Städten, die wir angesteuert haben, ist mir Melbourne am meisten im Gedächtnis geblieben. Es war super gemütlich und man hatte direkt das Gefühl, dass man angekommen ist. Es brauchte keine Zeit sich zu akklimatisieren. Die besuchten Städte und Orte ähnelten sich nach einer kurzen Weile immer mehr. Dies muss ich sagen, war in Neuseeland nie der Fall gewesen. An der Ostküste in Australien bekam man irgendwie das Gefühl, dass man nichts Abwechselungsreiches mehr sehen wird. Mit ein paar Ausnahmen war dies auch der Fall. Trotzdem will ich hier nicht das Gefühl vermitteln, dass der Trip Zeitverschwendung war. Das wäre nicht richtig. Vielleicht lag der Fehler einfach darin, zuerst Neuseeland besichtigt und so die Latte schon relativ hochgelegt zu haben. Die Vielfalt der Tiere, die wir sehen durften, hat mich am meisten beeindruckt. Koalas sind schwer zu finden. Kängurus zu finden, hatte ich mir viel schwieriger vorgestellt. Den kleinen Skippy, den wir verletzt im Straßengraben gefunden haben und zur Versorgung zum Tierarzt brachten, werde ich auf jeden Fall noch lange in Erinnerung behalten. Ich denke, das war für uns ein ganz besonderes Erlebnis auf der Australien-Reise.

Verhalten der Aussies
Entspannt sind die Aussies auf jeden Fall, da gibt es auch nichts dran zu rütteln. Ich möchte nicht die ganze Zeit Aussies mit Kiwis vergleichen, das wäre nicht fair. Aber es fällt verdammt schwer.
In Erinnerung geblieben ist mir eine Begegnung mit einem Campingplatzbesitzer höchster menschlicher Güte. Sein Name: Bob. Bob hat versucht mich so verbal anzugehen, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Und das alles ohne Grund. Nach einem hitzigen Wortgefecht, kam ich mir so unwillkommen vor wie an noch keinem Ort zuvor. Die Nacht war allerdings schon bezahlt und eine Rückerstattung wegen Kreditkartenzahlung wäre schwierig gewesen. Also blieben wir diese Nacht und ich ließ Karma die Sache übernehmen. Karma arbeitete über Nacht sehr fleißig und sorgte am nächsten Morgen bei uns Dreien für ein hämisches Grinsen auf unserem Gesicht. Denn das Verhalten, welches Bob an den Tag gelegt hatte, sorgte dafür (bilde ich mir zumindest ein), dass die Pferde-Veranstaltung, die Bob organisiert hatte, nicht stattfand, weil niemand…wirklich keine Menschenseele kam. Weder Züchter noch Zuschauer oder Kunden. Ein Schelm, wer da Böses denkt.
Ein paar Tage später fuhren wir zu einem anderen Campingplatz und in den Rezensionen wurde vor dem launischen Platzwart gewarnt. Uns schwante nichts Gutes. Aus Spaß tauften wir den Besitzer vorab auf den Namen Bob II. Völlig ohne Grund. Wir waren so positiv überrascht von einem gut gelaunten und so hilfsbereiten Menschen empfangen zu werden, dass es schon verrückt war ihn vorher in eine Schublade gepackt zu haben. Dies hat mir gezeigt, dass man sich immer selber ein Bild von der Person machen muss und nicht über Menschen urteilen sollte, die man nicht kennt.

Work and Travel an jeder Ecke
Man lernte ziemlich viele junge Menschen (dass ich schon von jungen Menschen schreibe, lässt einiges durchblicken :D) kennen, die sich für Work-and-travel entschieden haben. So richtig glücklich ist mir keiner in Erinnerung geblieben.  Und wenn man im Gespräch war und dein Gegenüber erfuhr, dass du nicht arbeitest und nur auf Reisen bist, musste man ein paar komische Blicke über sich ergehen lassen („Reich geerbt oder was?!“).  Die Situation scheint für die Work-and-Traveller nicht ganz einfach zu sein, da viele über schlechte Bezahlung und vor allem noch ausstehende Bezahlung klagten. Das schreckte mich ab. Die Arbeitgeber wissen, dass sie das mit den Backpackern machen können, denn wenn einer den Job hinwirfst, steht schon ein Neuer in den Startlöchern.

Mir ist es noch einmal wichtig unseren Mietwagen lobend zu erwähnen. Ein geländetauglicheres Fahrzeug hätte ich mir im absoluten Kleinwagenbereich nicht vorstellen können. Sie erklomm Hügel, wie ich das selten gesehen und sorgte immer wieder für positive Überraschungen. Danke Jucy!
P.s. Mein Knöllchen für 15km/h zu schnelles Fahren über 320 Aus$ wurde eingestampft 🙂 -> Karma? 😉
Ich glaube allerdings nicht, das „Blowjob-Ben“ das gleiche Schicksal ereilt hat. Allerdings würde ich es ihm wünschen. Aber das ist eine andere Geschichte 😉

Die Aussies und die Natur
Ein grundlegend anderes Verständnis haben die Aussies von der Ausgestaltung eines Nationalparks. Hier kann man die Sehenswürdigkeiten gefühlt mit dem Auto direkt anfahren und wenn man sich ein wenig die Beine vertreten will, geht es über kilometerlange Schotterpisten. Ein richtiger Pfad durch die Büsche war nicht oft ersichtlich.
Wenn die Aussies schreiben, dass man den Wanderweg mit einem Helm gehen sollte und er den Level „skilled“ trägt, dann sollte man sich überlegen, ob man dafür auch geeignet ist. Dieser Weg war uns zu heikel und wir wollen ja die Reise noch ein wenig fortsetzen.

Schlussendlich bleibt zu schreiben:
Auf uns hat Australien und man muss ja sagen die Ostküste von Australien vielleicht nicht den allerbesten Eindruck gemacht. Trotzdem war es eine Reise wert. Man wird das Gefühl nicht los, das wahre Australien nicht gesehen zu haben, dass noch viel weitläufiger und mystischer sein soll – und das liegt im Westen. Also bleibt nur eins zu tun: Das nächste Mal fahren wir direkt zur Westküste und schlagen uns da mit einem auf die schwierigen Straßenverhältnisse angepassten Toyota Landcruiser durch die Büsche.
Nun fliege ich schon mal vor nach Malaysia, um für Deborah & Max Informationen zu sammeln. Südindonesien, wo es die beiden nun hinzieht, habe ich bereits im letzten Jahr bereist und bin gespannt wie meine gegebenen Tipps bei den beiden ankommen.


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