aus der Sicht von Max

Die letzten Tage in Südamerika sind bereits angebrochen – unglaublich, wo ist die Zeit nur geblieben? 14 unvergessliche Wochen voller Abenteuer und neuer Herausforderungen liegen hinter uns.
Beginnend mit dem etwas schwierigen Einstieg in die spanische Sprache, über nahezu unverständliche Dialekte, teils kulturell, teils alkoholbedingt, bis hin zum schier nicht zu meisternden Portugisisch. Wir bestiegen erstmals ungeahnte Höhen von über 5000 Meter, überlebten die ein oder andere Horror-Busfahrt, bis hin zu 27-stündigen Torturen, strandeten im Nirgendwo und trotzten allen erdenklichen Krabbeltieren im Peruanischen Regenwald. Gemeinsam meisterten wir das städtische Verkehrschaos auf zwei Rädern, überstanden so einige Magen-Darm Eskapaden und schier endlose Wanderungen. Bezwangen den Wind und die Wellen und behielten trotz aller Widrigkeiten, die sich uns von Zeit zu Zeit entgegen stellten, gute Laune und die Lust am Reisen. Neben den  ganzen Schwierigkeiten, die es zu meistern galt, überwogen jedoch die unbeschreiblichen Eindrücke, die wir sammeln konnten. Noch bis vor zwei Jahren hätte ich wohl kaum damit gerechnet, in Huaraz auf 5000 Meter aufzusteigen, ja sogar einen Versuch auf 6000 Meter am Huayna Potosí zu wagen. Weder den Surfern in Huanchaco zuzuschauen, den Spuren der Cajamarcas, Chachapoyas oder Inkas zu folgen, auf einem Frachtschiff den Amazonas hinauf zu schippern oder eine der gefährlichsten Städte der Welt zu besuchen, noch die ersten Meter auf dem Kiteboard zu meistern, die Dünen Huacachinas zu besteigen oder über die Häuser La Paz in einer Gondel zu schweben. Unglaublich, wenn man sich überlegt, dass wir auf dem Gipfel des Huayna Picchu standen und unseren Blick über die antike Stadt schweifen lassen konnten. Ebenso über die endlosen Salzwüsten im Salar de Uyuni. Wir schwammen in Salzlagunen, blauer als jeder Swimming-Pool, den wir jemals sahen, verbrachten Nächte unter dem Himmelszelt, auf der Ladefläche eines Pick-Ups, machten unzählige neue Bekannschaften und Trampten durch den Norden Chiles. Das ausgezeichnete argentnische Steak und die wilde Natur Patagoniens ließen wir uns natürlich ebenfalls nicht entgehen. Neben dem Torres del Paine sahen wir bei bestem Wetter den Perito Moreno Gletscher, den imposanten Fitz Roy und die Lifestyle-Viertel Buenos Aires. Wir bekamen das echte Stadtleben in Lima und Montevideo von Couchsurfern gezeigt und verbrachten eine vollkommen einsame Nacht auf der Isla del Sol – was eine Zeit!

Trotz der ganzen Zweifel an der Sicherheit einiger Orte, die wir zu hören bekamen, fühlten wir uns immer willkommen und sicher in Südamerika. Es war eine ganz schöne Umstellung für uns nun ohne Auto zu reisen. Die Einstellung: „Wir werden schon sehen, wenn wir da sind.“ funktionierte plötzlich nicht mehr. Unterkünfte, Touren, Busse und Flüge sowie Eintritte und Hikes mussten nun im Voraus gebucht oder akribisch genau geplant werden. Proviant galt es zu tragen und der Umrechnungskurs der häufig wechselnden Währung machte die Einkäufe nicht unbedingt einfacher. Doch nach so langer Zeit hier unten weiß man wie der Hase läuft. Das Handy ist übersäht mit nützlichen Apps und die Suche nach der günstigsten Unterkunft erfolgt wie im Schlaf.
Wir lernten unheimlich viel über indigene Völker und Kulturen, deren Bräuche und Rituale, probierten lokale Leckerbissen und genossen die entspannte und lockere Lebensweise der Einheimischen.

Ihr fragt euch, was meine Highlights in Südamerika waren? Gar nicht so einfach zu beantworten. Der Dschungel in Iquitos, der unvergessliche Ausblick über Machu Picchu und die eisbedeckten Gipfel Patagoniens gehören auf jeden Fall dazu! Aber auch der Kite-Kurs in Paracas, die Ruhe der Isla del Sol und die Hektik Rios.
So viele Eindrücke, die es zunächst zu verarbeiten gilt. Und so machen wir uns auf den Weg zur Ilha Grande, einer Insel südwestlich von Rio de Janeiro. Diese ist für ihre traumhaften Strände bekannt und wird sogar betitelt, einen der schönsten Strände der Welt zu besitzen, den Lopes Mendes. Klingt doch nach einem würdigen Abschluss!

So verbringen wir die letzten Tage im entspannten Surfer-Hostel, bereiten alles für die Einreise nach Neuseeland vor, was leider auch die Reinigung jeglichen Outdoor-Equipments beinhalten und genießen die angenehmen Temperaturen unter den Palmen am Strand. Ebenfalls müssen wir lernen, dass hier ein tropischer Regenfall nicht immer warm ausfällt und schon gar nicht nach kurzer Zeit vorüber zieht. Immerhin werden die Schuhe bei den Sturzfluten, die an einem Nachmittag über uns herein brechen, auch von innen sauber.
Über einen dreistündigen Hike gelangen wir an den umschwärmten Lopes Mendes, der durch einige atemberaubend schöne Buchten führt. „Bin mal gespannt ob der Lopes Mendes das noch Toppen kann.“, „Da liegen die Leute bestimmt wie die Sardinen.“, denke ich mir. Doch als wir den Strand erreichen trifft zu meiner Überaschung all dies nicht zu. Es bietet sich einer der weißesten und schönsten Strände meines Lebens. Schier endlos lang und menschenleer – wow. Das Wasser ist so klar, dass man durch die Wellen hindurch auf den Grund sehen kann und so warm, dass man nicht mehr hinaus möchte. In schönstem Türkis schimmern die Wellen und wir machen es uns im Schatten der angrenzenden Bäume gemütlich. Was ein Abschluss!

Am nächsten Morgen bringt uns der Bus nach Saõ Paolo, von wo der dritte große Flug unserer Reise startet. Auf dem Weg dort hin blitzen immer wieder die Erinnerungen der letzten Wochen auf. Auch wenn es manchmal schwer fällt die Erlebnisse zeitlich zu sortieren, so werden sie doch für immer in unseren Köpfen bleiben.

Wir verlassen Südamerika mit der Aussicht auf neue Abenteuer und freuen uns auf den nächsten Abschnitt der Reise – Neuseeland.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.