aus der Sicht von Max

Von Paracas führt uns die Route langsam aber sicher in Richtung Osten des Landes.
Der Sand und die kargen, grau-braunen Gesteine nehmen Überhand und bilden eine unwirtliche Umgebung auf dem Weg nach Ica, der Haupstadt der gleichnamigen Region.
Hinter den Häusern der Stadt erheben sich die gold-gelben Dünen der peruanischen Wüste. Mit einer Höhe von bis zu 100 Metern zählen sie zu den Höchsten des Landes. Eine schmale Straße führt zwischen den riesigen Sandmassen hindurch nach Huacachina, einer grünen, idylischen Oase in Mitten der Dünen. Schatten spendende Bäume gruppieren sich um das grün-blaue Wasser und einige Hostels und Restaurants sowie unzählige Touranbieter nennen diesen Ort ihr zuhause.

Die Orientierung fällt leicht, da man sich in der 100-Seelen „Stadt“ nur schwer verlaufen kann und so beziehen wir das Hostel, um den bald nahenden Sonnenuntergang von einer der riesigen Dünen zu beobachten.
Anders als erwartet weht ein angenehmer Wind durch die Gassen und Häuser hindurch, der das Wüstenklima sehr erträglich macht und so treten wir voller Tatendrang den Aufstieg an. Die anfängliche Euphorie wird schnell gedämpft, als sich die Herkunft des Sprichwortes „Zwei Schritte vor, einen zurück“ offenbart. Der weiche Sand rutscht uns unter den Füßen hinweg, sodass es sich anfühlt als käme man überhaupt nicht voran. Vielen anderen Touristen scheint es genau so zu gehen und sie schlagen erschöpft auf halber Höhe ihr Lager auf. Doch diesen Sonnenuntergang lassen wir uns nicht nehmen! Und so stapfen wir langsam aber stetig dem Gipfel entgegen.
Die Anstrengung wird mit einem gigantischen Blick über die Wüste, die Oase und das in der Ferne liegende Ica belohnt. Zudem ist man hier oben ziemlich für sich alleine.
Vor 14 Tagen noch im Urwald und jetzt stehen wir vor einer Wüstenoase wie aus 1001 Nacht.
Wir genießen den Sonnenuntergang in all seiner Farbenpracht, bevor wir den wesentlich schnelleren Abstieg antreten.

Neben den einzigartien Ausblicken und der gemütlichen Oase lockt Huacachina vor allem mit Einem: Action und Abenteur! Was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.

Mit einem der unzähligen Wüstenbuggys geht es tief in die Dünen hinein. Die Gefährte ähneln dabei jenen aus dem Film „Mad Max“ und insgesamt würde die Szenerie eine sehr gute Kulisse abgeben. Blubbernd und pfeifend springt der Motor an und schreit freudig auf. Eine holprige Sandpiste führt vom Startpunkt in den gigantischen „Spielplatz“ hinein. Der Fahrer gibt sich dabei größte Mühe, das Erlebnis einer Achterbahnfahrt gleichen zu lassen. Schließt man die Augen, so könnte man von der Geräuschkulisse auch in einem Freizeitpark sein. Aus allen Ecken der Wüste sind aufgeregte Schreie zu vernehmen. So auch aus unserem Buggy, als dieser über die Kanten der Dünen nahezu senkrecht in die Tiefe schießt. Holprig werden wir in den Sitzen auf und nieder geschleudert, in die Gurte gepresst und durchgerüttelt. Ein wahres Spektakel für Adrenalinfreunde aller Art.

Zweiter Teil der Tour stellt das Sandboarding dar, bei dem man ähnlich wie beim Snowboarden ein Brett unter die Füße schnallt und statt durch den Schnee die Dünen hinab fährt. Soweit die Theorie – die angebotene Ausrüstung ist in ärmlichen Zustand. Die Boards sind einfach nur Bretter, auf denen mit Schnallen aus Klettverschluss die Füße befestigt werden können. Sofern die Schnallen nicht ausgerissen sind oder der Klettverschluss so alt, dass er überhaupt nicht mehr hält. Eine ziemliche Enttäuschung was diesen Teil der Tour angeht.

Dennoch bereitet die Fahrt mit dem Buggy durch den weichen Untergrund einen riesigen Spaß und somit kann die Ernüchterung bezüglich des Sandboardings der Stimmung keinen Dämpfer verleien.
Zum Abschluss der Tour versammeln sich einige der Fahrzeuge zum gemeinsamen genießen des Sonnenunterganges, bevor es zurück in die Oase geht.

Kategorien: Südamerika

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